Maillarts Brücken Drucken E-Mail
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Maillarts Brücken
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Abb 4: Aquädukt von 1924 bei Châtelard, Schweiz, am 20. April 1996

Aquädukt von 1924 bei Châtelard, Schweiz, am 20. April 1996 An der Zufahrt zur Salginatobel-Brücke in Graubünden fanden wir einePlakette der "American Society of Civil Engineers", die die Brücke zum "International Historic Civil Engineering Landmark" erklärte. Das Museum of Modern Art in New York widmete Maillart 1947 eine Ausstellung. Max Bill veröffentlichte 1949 als erster ein stilbildendes Buch über seine Werke. In Europa blieb Maillart lange Zeit nur Insidern bekannt. Seine Bauten im vorrevolutionären Russland von 1912-1918 werden fälschlicherweise den "Künstleringenieuren" der Revolutionsphase zugeschlagen.

Bei den Brücken war es interessant zu erfahren, dass es immer nur einer begrenzten Anzahl filmischer Einstellungen bedurfte, um die Kräfte vor Ort und ihre Komposition optimal wiederzugeben. Wir haben eine Idee von den Orten vor ihrer Überbrückung bekommen, als wir uns in stundenlangen Wanderungen durch kleine Gebirgstäler Aufnahmestandpunkte für die Unterseiten der Brücken erwandert haben. Wir haben uns über die Betonbrücke über uns als wahrgewordene Chimäre und Wunschvorstellung gefreut. Wir haben die Zeit, die die Menschen mit ihrer Benutzung einsparen, am eigenen Leib verspürt.

Abb 5: Brücke über den Valtschielbach von 1925 bei Donath in Graubünden, Schweiz, am 17. April 1996

Brücke über den Valtschielbach von 1925 bei Donath in Graubünden, Schweiz, am 17. April 1996Eine Brücke ist auch immer eine Metapher, eine Zeitmaschine. Sie kürzt ab, überbrückt, transformiert einen Zustand in einen nächsten. Sie ist zugleich Strasse und Tunnel. Sie realisiert einen Qualitätssprung und stemmt sich gegen die Elemente – ein Symbol für die Anstrengungen der Menschen, mit den Gegebenheiten dieser Erde zurechtzukommen.

Wie ein Abgrund elegant zu überwinden ist, zeigt uns Robert Maillart in seiner Kunst.  

Wir haben in der Landschaft nachvollzogen, wie zuerst ein Wunsch die Schlucht überbrückt hat, die Vorstellung hier zu sein und im nächsten Moment auf der anderen Seite. Diese Luftlinie des Wunsches so schlank und unaufdringlich wie möglich gegen die Gravitätskräfte bogenförmig abzustützen, eingepasst in den Fluss der Gesteine und die Formen der jeweiligen Landschaften, war Robert Maillarts Leistung und das Motiv vieler seiner Erfindungen.

 

Abb 6: Brücke von 1925 über den Bohlbach, Gemeinde Habkern bei Interlaken, Schweiz, am 19. April 1996

Brücke von 1925 über den Bohlbach, Gemeinde Habkern bei Interlaken, Schweiz, am 19. April 1996 

Abb 7: Brücke über den Salginatobel von 1930 bei Schiers in Graubünden, Schweiz, am 16. April 1996 

Brücke über den Salginatobel von 1930 bei Schiers in Graubünden, Schweiz, am 16. April 1996

Abb 8: Brücke von 1933 über die Thur bei Felsegg im Kanton St. Gallen, Schweiz, am 16. April 1996

Brücke von 1933 über die Thur bei Felsegg im Kanton St. Gallen, Schweiz, am 16. April 1996 

Abb 9: Fussgängerbrücke von 1934 über den Töss in Winterthur, Schweiz, am 15. April 1996 

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Abb 10: Brücke über die Arve von 1935 in Vessey bei Genf, Schweiz, am 20. April 1996

Brücke über die Arve von 1935 in Vessey bei Genf, Schweiz, am 20. April 1996 



 
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