Home > Alle Zeichnungen

Die Basis des Make-Up

altZeichnung (120) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Ansicht des Fuji mit großer Socke unter Kriechstrom. Zwei überdimensionale Bleistifte zeichnen eine Virtual Reality: Ein bewachter Spielplatz mit hohen Gräsern und ameisengroßen Kindern - wippend, schaukelnd, rutschend, rollernd und Puppenwagen schiebend - eine Wunschvorstellung meiner kindlichen Phantasie. Warum schlug mich mein Vater nicht, wo doch alle Nachbarskinder geschlagen wurden? Tickte er etwa nicht richtig? Aufwachsen in einer ruinierten Welt. Wir gingen durch das zerstörte Bremen, so als würde jede Generation eine Stadt zerbomben dürfen, nur um sie dann wieder aufzubauen. Realer Spielplatz: Auf dem Schrottplatz neben unserem Haus wurden verbogene Eisenteile aus der zerbombten Stadt gesammelt. Leibchen aus kratziger Wolle und schweißtreibende Hemden und Socken aus Perlon machten mir die Hölle heiß. Ich streichelte meine Haut und schwor mir, dass sie nie altern solle, auch wenn ich kein Kind mehr wäre. Noch heute bringt mich der Anblick eines Kindes bei der Vorstellung zum Weinen, selbst wieder eines sein zu müssen." (Aus: Zeichnung oder Film, 2013)

(1977) 

   

Die Basis des Make-Up

altZeichnung (121) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Schneebedeckter Fuji im Morgengrauen mit einer über ihm schwebenden, schwarzen Perlonsocke. Die Bahn des Mondes führt genau auf sie zu. Ein springender Fisch aus einem japanischen Holzstich windet sich um einen nach Norden weisenden Bleistift. Schablonenhafte Fetzen von Kulissen, die die ganze Fuji-Serie durchziehen, fassen das Bild ein. Der Ursprung des Zeichnens ist eine vernarbte Welt, ihre Gezeichnetheit von und durch etwas. Der Bleistift bricht aus einer Rasendecke hervor und erlegt ein banales Geheimnis, das meinte, sich den Oberflächen verweigern zu können. Eine Notwendigkeit für Kunst ist es, das Selbstverständliche zu beschreiben. Die Anstrengung, die das kostet, lässt die Moderne Kunst aber schon im Vorfeld vor Erschöpfung zusammenbrechen. Beim Outsourcen von Energien sind ihr sämtliche abhanden gekommen. Sie verlässt sich auf symbolische Akte, so sehr hat sie sich gegen Objekte verschworen. Ideologisch verbrämt steht sie da und muß zusehen, wie ihr die gutmütigen Betrachter abhanden kommen. Die Zeichen dagegen halten stand." (Aus: Zeichnung oder Film, 2013)

(1977) 

   

Die Basis des Make-Up

altZeichnung (122) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Schneebedeckter Fuji im Morgengrauen mit einer über ihm schwebenden, schwarzen Perlonsocke. Die Bahn des Mondes führt genau auf sie zu. Ein springender Fisch aus einem japanischen Holzstich windet sich um einen nach Norden weisenden Bleistift. Schablonenhafte Fetzen von Kulissen, die die ganze Fuji-Serie durchziehen, fassen das Bild ein. Der Ursprung des Zeichnens ist eine vernarbte Welt, ihre Gezeichnetheit von und durch etwas. Der Bleistift bricht aus einer Rasendecke hervor und erlegt ein banales Geheimnis, das meinte, sich den Oberflächen verweigern zu können. Eine Notwendigkeit für Kunst ist es, das Selbstverständliche zu beschreiben. Die Anstrengung, die das kostet, lässt die Moderne Kunst aber schon im Vorfeld vor Erschöpfung zusammenbrechen. Beim Outsourcen von Energien sind ihr sämtliche abhanden gekommen. Sie verlässt sich auf symbolische Akte, so sehr hat sie sich gegen Objekte verschworen. Ideologisch verbrämt steht sie da und muß zusehen, wie ihr die gutmütigen Betrachter abhanden kommen. Die Zeichen dagegen halten stand." (Aus: Zeichnung oder Film, 2013)

(1977) 

   

Die Basis des Make-Up

altZeichnung (123) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Ansicht des Fuji mit großer Socke unter Kriechstrom. Zwei überdimensionale Bleistifte zeichnen eine Virtual Reality: Ein bewachter Spielplatz mit hohen Gräsern und ameisengroßen Kindern - wippend, schaukelnd, rutschend, rollernd und Puppenwagen schiebend - eine Wunschvorstellung meiner kindlichen Phantasie. Warum schlug mich mein Vater nicht, wo doch alle Nachbarskinder geschlagen wurden? Tickte er etwa nicht richtig? Aufwachsen in einer ruinierten Welt. Wir gingen durch das zerstörte Bremen, so als würde jede Generation eine Stadt zerbomben dürfen, nur um sie dann wieder aufzubauen. Realer Spielplatz: Auf dem Schrottplatz neben unserem Haus wurden verbogene Eisenteile aus der zerbombten Stadt gesammelt. Leibchen aus kratziger Wolle und schweißtreibende Hemden und Socken aus Perlon machten mir die Hölle heiß. Ich streichelte meine Haut und schwor mir, dass sie nie altern solle, auch wenn ich kein Kind mehr wäre. Noch heute bringt mich der Anblick eines Kindes bei der Vorstellung zum Weinen, selbst wieder eines sein zu müssen." (Aus: Zeichnung oder Film, 2013)

(1977) 

   

Die Basis des Make-Up

Zeichnung (124) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"In der hintersten Ecke des Universums eine Backsteinmauer, die im Winkel von neunzig Grad auf eine glatte Betonwand trifft. In den nassen Putz der Wand hat ein spielendes Kind den Abdruck seiner Schuhsohlen verewigt. Die dritte Seite der Kubusecke ist mit Bodenfliesen gepflastert. Die Szenerie zielt auf Unendlichkeit ab und wird nur leicht verdeckt von einem mit Sternzeichen bestickten Gazeschleier. Im Boden ein schwarzes Loch in Form einer billigen Badezimmermatte mit Troddeln, an der Wand verschraubt eine Metallschaukel. An ihrem unteren Ende ist ein nach beiden Seiten offener Stahlzylinder angebracht, eine Selbsttötungsanlage. Wenn man sich mit dem Kopf voran so in die Röhre hineinzwängt, dass er auf der anderen Seite wieder herausschaut, kann man ihn mit vollem Schwung an die Mauer rammen und sich das Genick brechen. Mit der umgelenkten Schwerkraft als anthropologischer Grundkonstante im Rücken. So sieht sich das Kind auf der Stelle stehen in dem Wunsch, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, am Ende der Zeit." (Aus: flypaper #5, 2010).

(1976) 

   

Die Basis des Make-Up

Zeichnung (125) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Ein zerklüfteter Horizont mit einem Spaltkreuz und einer Isolationszelle unter den Sternbildern Zwillinge, Fische, Stier, Pegasus, Drache, Andromeda, Wassermann und Orion am nördlichen und Centaurus am südlichen Himmel. Dazu das Psychopharmaka-Duo Castor und Pollux als Gestirn. Das Kreuz hat sein menschliches Maß verloren, der Spaltmechanismus übernimmt die Tötungsfunktion. Ein durch abschüssige Betonflächen eingefasstes Loch in der Landschaft, die Öffnung einer ausgetrockneten Zisterne. Vier blutrote Teppichbahnen laufen darauf zu. Fünf männliche Figuren aus Granit schreiten im Gänsemarsch ans Loch: 'Kennen wir uns nicht? Wir sollten uns doch kennen!' Walter Benjamin über Die Verlassenen von Karl Kraus: '... voneinander sind sie es. Aber - das ist ihr großer Trost - sie sind es auch miteinander. Auf der Stelle zwischen Stirb und Werde halten sie inne. Rückwärts gewandten Hauptes nimmt die Lust nach unerhörter Art ihren ewigen Abschied: ihr abgewandt betritt nach ungewohnter Weise die Seele ihre Fremde wortlos.'" (Aus: flypaper #5, 2010).

(1976) 

   

Die Basis des Make-Up

altZeichnung (126) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Ein Themenbild zum Film Normalsatz: Ein Hackbeil über dem Fuji, den meine abgetrennte rechte Hand mit theoretischen Überlegungen zum Film beschriftet. Mit seinem oberen Ende durchbohrt der Bleistift ein Kaninchen, das aus einem Fenster sieht. Stillgelegte und im Moment des Todes eingebrannte Sätze und Blicke, davon handelt der Text: Tod-Death und die passive Arbeit der Ohren, die die Sphären von Leben und Tod vermischt. Dazu die Phasenzeichnungen eines Spaltkreuzes, das im Umklappen den Leib des Kaninchens zweiteilt. Ein Opfer im Namen einer Wissenschaft, die nichts als schon Gewußtes bestätigt. Die Genese des Pym-Logos verdankt sich den Schemen auf der Retina des Kaninchens. Das in ihr eingebrannte Bild wirft einen Schatten über meine Hand und die Narben auf dem Armstumpf. Die schwarzen Felder eines Kreuzworträtsels in der Form eines Kaninchens, wie es in der Osterausgabe der New York Times 1979 abgedruckt war. Ein weiteres Beil, diesmal aus Fleisch gefertigt, und das Sanitätsfahrzeug, das vier ins Gehirn transportierte Sätze anzeigt." (Aus: Zeichnung oder Film, 2013).

(1982) 

Siehe auch Zeichnung (99).

 

   

Die Basis des Make-Up

Zeichnung (127) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Ein zerklüfteter Horizont mit einem Spaltkreuz und einer Isolationszelle unter den Sternbildern Zwillinge, Fische, Stier, Pegasus, Drache, Andromeda, Wassermann und Orion am nördlichen und Centaurus am südlichen Himmel. Dazu das Psychopharmaka-Duo Castor und Pollux als Gestirn. Das Kreuz hat sein menschliches Maß verloren, der Spaltmechanismus übernimmt die Tötungsfunktion. Ein durch abschüssige Betonflächen eingefasstes Loch in der Landschaft, die Öffnung einer ausgetrockneten Zisterne. Vier blutrote Teppichbahnen laufen darauf zu. Fünf männliche Figuren aus Granit schreiten im Gänsemarsch ans Loch: 'Kennen wir uns nicht? Wir sollten uns doch kennen!' Walter Benjamin über Die Verlassenen von Karl Kraus: '... voneinander sind sie es. Aber - das ist ihr großer Trost - sie sind es auch miteinander. Auf der Stelle zwischen Stirb und Werde halten sie inne. Rückwärts gewandten Hauptes nimmt die Lust nach unerhörter Art ihren ewigen Abschied: ihr abgewandt betritt nach ungewohnter Weise die Seele ihre Fremde wortlos.'" (Aus: flypaper #5, 2010).

(1976) 

   

Die Basis des Make-Up

Zeichnung (128) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"In der hintersten Ecke des Universums eine Backsteinmauer, die im Winkel von neunzig Grad auf eine glatte Betonwand trifft. In den nassen Putz der Wand hat ein spielendes Kind den Abdruck seiner Schuhsohlen verewigt. Die dritte Seite der Kubusecke ist mit Bodenfliesen gepflastert. Die Szenerie zielt auf Unendlichkeit ab und wird nur leicht verdeckt von einem mit Sternzeichen bestickten Gazeschleier. Im Boden ein schwarzes Loch in Form einer billigen Badezimmermatte mit Troddeln, an der Wand verschraubt eine Metallschaukel. An ihrem unteren Ende ist ein nach beiden Seiten offener Stahlzylinder angebracht, eine Selbsttötungsanlage. Wenn man sich mit dem Kopf voran so in die Röhre hineinzwängt, dass er auf der anderen Seite wieder herausschaut, kann man ihn mit vollem Schwung an die Mauer rammen und sich das Genick brechen. Mit der umgelenkten Schwerkraft als anthropologischer Grundkonstante im Rücken. So sieht sich das Kind auf der Stelle stehen in dem Wunsch, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, am Ende der Zeit." (Aus: flypaper #5, 2010).

(1976) 
   

Die Basis des Make-Up

Zeichnung (129) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Text under construction"

Pym-Logo und die bevorstehende Rache des Barsois für Willy Kühnes Tierversuch im Set einer amerikanischen Frühstücksidylle. Ein alles durchdringendes Fleischbeil. Lynne Tillman: "Everything was going wrong. Suddenly I thought I didn't really love her. She poured the coffee in a determined way. She never read my thoughts but this time she laughed and said, 'All you can really love is the dog.' I poured too much dog food into the bowl and the dog appeared, larger than life." 

(1977) 

   

Die Basis des Make-Up

Zeichnung (130) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Text under construction"

Pym-Logo in der Pupille einer ägyptischen Isis-Hieroglyphe. Ein von innen durchbohrter Nebel vor den Augen. Die Menschen spielen Blinde Kuh und protokollieren dabei ihre Bewegungen. Die Visuelle Kommunikation ist eine Abkürzung zum Tode. Die konstatierte Tierreihe: Fische, Kröten, Reptilien, Säugetiere.

(1983) 

   

Die Basis des Make-Up

Zeichnung (131) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Text under construction"

Nervous Nuts, nervöse Verrückte. Nüsse in allen Kombinationen von Positiv und Negativ. Jemand wird gebrieft. Eine gestellte Büroszene für ein Werbefoto für das Getränk Hohes C. Dial Nervous for the Time: Die Buchstaben des Wortes "Nervous" ergibt die Zahl 6378687 auf der amerikanischen Telefonwählscheibe.

(1978) 

   

Die Basis des Make-Up

Zeichnung (132) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Text under construction"

Das Fleischbeil. 

(1977) 

   

Die Basis des Make-Up

altZeichnung (133) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Das neben dem Fuji aufgehende Logo von Pym Films mit dem Fenstergitter, durch das Willy Kühne 1878 ein Kaninchen starren ließ, das er dann schlachtete, um dessen lebendfrische Netzhäute zu ernten - auf seiner Jagd nach dem letzten Bild, dass sich im Tode in diese biochemisch eingebrannt hatte. Eine Barsoi-Hündin beobachtet die Szenerie und setzt zu einem Sprung an, um das Kaninchen zu rächen. In dem Sanitätsfahrzeug liegen vier noch unversehrte, menschliche Sätze auf ihrem Weg in ein Notizbuch. Dort angekommen werden sie sofort nach ihrer Niederschrift in Vergessenheit geraten. Bewusstsein ist eine vorübergehende Erscheinung, ontogenetisch wie phylogenetisch. Seine Existenz lässt sich zwar statistisch nachweisen, verlässliche Orte aber gibt es dafür nicht. Der Kampf um nachhaltige Datenspeicher ist nicht erst seit Kurzem entbrannt. Bauwerke halten dabei immer noch die Spitzenposition. Eine bearbeitete Ansammlung von Steinen repräsentiert langzeitlich mehr Bewusstsein als komplexe Kodierungen, für die alle Lesegeräte abhandengekommen sind." (Aus: Zeichnung oder Film, 2013).

(1977) 

   

Die Basis des Make-Up

altZeichnung (134) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Ein Gefängnisaufseher öffnet den Sehschlitz zu einer Zelle von Zeit (t). Ihre Schnittstellen werden als Verlauf (n) in die natürliche Umgebung des schneebedeckten Fujis implantiert. An dessen Hang hockt ein Monteur, dessen Fußspuren in alternative Gegenwarten hinein verlaufen. Ein Zugang zur Zeit, der zuvor abgeschottet zu sein schien: Zeiteinheiten so flach wie nie, ihre Kombinationen als rohe Eier zu genießen. Beim Schnitt des Films Normalsatz wurden wachsende Cluster einzelner Einstellungen so miteinander verschweißt, dass sich die inselhaften Gebilde nicht mehr voneinander lösen ließen. Aus der Projektbeschreibung des Films aus dem Jahr 1978: '... Blickverschiebungen um ein Geschehen herum lösen einen einheitlichen Betrachterstandpunkt auf: Zurückschiften, Vergleiche, zeitkomprimierte Inserts, offene Ansprachen im Monolog, Stummheit, Raumtöne, Animationsteile, die sich aus Realteilen herauslösen und wieder in sie übergehen ...'. Das Kreuzworträtsel-Kaninchen läßt wie der Sätzesammler in Normalsatz einen inneren Code aufblitzen." (Aus: Zeichnung oder Film, 2013).

(1982) 

   

Die Basis des Make-Up

Zeichnung (135) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Text under construction"

TPMS. 

(1983) 

   

Die Basis des Make-Up

Zeichnung (136) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Text under construction"

Stangenhosen. 

(1976) 

   

Die Basis des Make-Up

Zeichnung (137) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Text under construction"

Schwimmer. 

(1978) 

   

Die Basis des Make-Up

Zeichnung (138) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Drei Frauen in einem Versandkatalog wenden dem Betrachter den Rücken zu und blicken auf den Horizont einer Wüste. Zu einer Zeit, als der Kaffee noch im Dreieck floß. Kommunikationsmittel erleben ihre größte Macht im Akt der Kommunikationsverweigerung. Wo alle gleich sind, kann nur noch die Mafia Hierarchien durchsetzen. Macht muß sich abschotten und unerreichbar sein, das ist eine ihrer Ingredienzien. Wenn immer die gleiche Geschichte erzählt werden soll - und die Produzenten des Erzählkinos bestehen auf dieser Prämisse -, kommt es nur noch darauf an, wer sie erzählt und die Tantiemen dafür einsteckt. Dem Nepotismus und den Schauspielerdiktaturen sind damit Tür und Tor geöffnet. Besonderheiten und soziale Relevanz lassen sich dann nur noch durch Geld ausdrücken, die Träger des Geldes werden selbst zu Ikonen. Ein repräsentatives Abbildungssystem, das in sich selbst rotiert. Das Publikum gilt darin als durchanalysiert und wird nicht an der Konstruktion der Geschichte beteiligt. Es ist zur ewigen Geldquelle mutiert." (Aus: arsenal, februar 10).

(1976) 

   

Die Basis des Make-Up

Zeichnung (139) aus DIE BASIS DES MAKE-UP

"Ein weiterer Verkehrsunfall: Zwei Auferstehende aus Luca Signorellis Die Auferstehung des Fleisches im Dom S. Maria zu Orvieto neben einem brennenden Autowrack. Den einen kleidet noch die Maske eines Totenkopfs, der andere betrachtet schon den Boden, zu dem er bereits geworden war. Dabei reckt er sein Hinterteil keck in die Höhe. Signorelli wusste, wozu Fleisch gut ist, auch als Vorlage für eine individuelle Abfuhr. An den Stäben, die aus den architektonischen Blümchenrosetten herausragen, drei pornografische Skulpturen aus Stein, vorgefunden an romanischen Kathedralen aus dem 11. und 12. Jahrhundert in Frankreich. Primäre Geschlechtsteile im Hardcore Format sind die Stars dieser Darstellungen. Erlöst man die Kirche von ihren guten Absichten, hatte sie schon immer etwas zu bieten. Der gemeine Mensch ist dagegen das augenscheinliche Nichts, dem sein Warencharakter im Hals steckenbleibt. Im Hintergrund die Skizze eines Säulensockels im Kloster Maulbronn - nichts als Fratzen und harmlose Stilisierungen, Softcore eben und wenig erbaulich." (Aus: Schwarze Blöcke, SchwarzHandPresse 2010).

(1996) 

   

Seite 7 von 31

Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner