Sullivans Banken
„Alle Gebäude, die jemals waren und sind, sind das physische Symbol für den psychischen Zustand der Menschen ... Jedes Gebäude steht für eine soziale Aktion“, schreibt Sullivan in dem Essay "What is Architecture" von 1906.
„In allem, was die Menschen tun, hinterlassen sie einen unauslöschlichen Abdruck ihres Geistes. Geht man von dieser Voraussetzung aus, wird es in überraschender Weise klar, wie jedes einzelne Gebäude sich den Augen nackt präsentiert; wie jeder seiner Aspekte, bis hin zum kleinsten Detail, bis zur zartesten Bewegung der Hand, die Arbeit des Gehirns des Menschen enthüllt, der es gestaltet hat und uns dafür verantwortlich ist.“
Maillarts Brücken
Der Film zeigt vierzehn Dachkonstrutionen und Brücken aus Stahlbeton, die der Schweizer Bauingenieur Robert Maillart zwischen 1910 und 1935 geplant und ausgeführt hat:
Das Lagerhaus an der Giesshübelstrasse in Zürich von 1910, das Filtergebäude in Rorschach von 1912, die Lagerhalle der Maggazini Generali SA in Chiasso von 1924, das Aquädukt bei Chatelard von 1925, die Brücke über den Valtschielbach von 1925, die Salginatobelbrücke von 1930, die Spitalbrücke von 1931, die Brücken über den Bohlbach von 1932, die Rossgrabenbrücke von 1932, die Brücke über den Schwandbach von 1933, die Thurbrücke bei Felsegg von 1933, der Fussgängersteg über die Töss in Winterthur von 1934 und die Arvebrücke bei Genf von 1935. Die Aufnahmen fanden im April 1996 statt.
Abb 1: Lagerhaus von 1910 an der Giesshübelstrasse in Zürich, Schweiz, am 15. April 1996
Goff in der Wüste
Der Film zeigt zweiundsechzig Bauten des amerikanischen Architekten Bruce Goff (1904-1982) – vom Tankstellenhäuschen bis zum repräsentativen Museumsbau – und ist damit die erste umfassende filmische Dokumentation fast aller seiner noch existierenden Gebäude. Bruce Goff ist der große Unbekannte einer originär amerikanischen Architektur. Seine baulichen Erfindungen und Entwürfe liegen quer zu den Idealen der dagegen exklusiv bekannt gewordenen International Style–Bewegung. Die Kontroversen, die das Werk von Bruce Goff zu seinen Lebzeiten auslöste, sind Legende. Fast jedes seiner Gebäude war ein Schock in der Landschaft, der neue, bis dahin ungeahnte Möglichkeiten von Architektur freisetzte.
D'Annunzios Höhle
D'Annunzios Höhle zeigt fünfzehn Räume der 1921 von Gabrieled'Annunzio bezogenen und bis zu seinem Tod bewohnten Villa Cargnacco in Gardone am Gardasee. Die Villa ist Bestandteil des Vittoriale, eines musealen Themenparks zu Ehren d'Annunziuos, mit dessen Gestaltung und Ausstattung d'Annunzio selbst zusammen mit seinem Leibarchitekten Giancarlo Maroni fast zwei Jahrzehnte lang befasst war.
Heinz Emigholz hat 1997 begonnen, verschiedene Räume der Villa auf 35mm-Film zu dokumentieren (einige Aufnahmen davon sind jetzt in dem Film ›The Basis of Make-Up III‹ zu sehen), dieses Unternehmen dann aber zunächst abgebrochen. 2002 wurde das Projekt im Zusammenhang mit der Produktion des Films ›Goff in der Wüste‹ wieder aufgenommen.
SCHINDLERS HÄUSER
Der Film zeigt vierzig Bauwerke des österreichisch-amerikanischen Architekten Rudolph Schindler aus den Jahren 1921 bis 1952. Schindlers pionierhafte Arbeit in Südkalifornien begründete einen eigenen Zweig der architektonischen Moderne. Alle Aufnahmen zum Film fanden im Mai 2006 statt. Der Film bildet damit auch ein aktuelles Portrait städtischen Wohnens in Los Angeles, das in dieser Ausformung noch nie dokumentiert worden ist.
„Die Architektur projiziert einen Raumentwurf in die dreidimensionale Welt. Der Film nimmt diesen Raum und übersetzt ihn in zweidimensionale Bilder, die uns in der Zeit vorgeführt werden. Im Kino erfahren wir so etwas Neues: einen Gedankenraum, der uns über Gebäude meditieren lässt.“ Heinz Emigholz
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